100 Jahre Thüringen
Staatskanzlei Thüringen Weimarer Republik e.V. Forschungsstelle Weimarer Republik an der Uni-Jena

Links von der KPD ist noch Platz

Der Deutsche berichtet über die erste Versammlung der neu gegründeten Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD), die den Zerfall des kapitalistischen Systems in naher Zukunft sieht und sich auf die zu erwartenden Verhältnisse vorbereitet. Mit ihrem strikten Boykott parlamentarischer Wahlen ist die neue Partei aber nicht zukunftsfähig.

"Wahl"-Plakat der KAPD von 1920

Die radikalen Kommunisten.

In den Hohenstaufensälen in Berlin hielt die Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands, die sich kürzlich aus den radikalen Elementen der Reichszentrale der Kommunistischen Partei Deutschlands gebildet hat, ihre erste Versammlung ab. Der Referent Altmann bezeichnete die Regierung als Spekulationskonsortium und bezichtigte die Gewerkschaften des offenen Verrats an der Sache des Proletariats. Nur die gewählten Betriebsorganisationen verkörperten die wahre Macht in Deutschland. Deutschland stände bereits am Anfang des Bürgerkrieges, und nichts könne den Sieg der wahrhaft revolutionären Kommunistischen Arbeiterpartei verhindern, weder die Baltikumstruppen, die käuflich sein, noch die Reichswehr, die man durch kräftige Propaganda trennen werde, noch die Orts- und Bürgerwehren, die sich gegenseitig zerreiben würden. Der in den nächsten Wochen zu erwartende Abfall der süddeutschen Staaten werde die Niederlage von Kapitalismus und Bourgeoisie noch beschleunigen. Dann könnte das Rätesystem eingeführt und die Rote Armee aufgestellt werden.

Quelle:

Der Deutsche vom 13.4.1920.

 

Bild:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Arbeiterpartei_Deutschlands#/media/Datei:KAP-Plakat_(1919).JPG