100 Jahre Thüringen
Staatskanzlei Thüringen Weimarer Republik e.V. Forschungsstelle Weimarer Republik an der Uni-Jena

Finanzspritze für die Eisenbahn

Die Eisenbahner fordern mehr Gehalt, was eine Diskussion und eine Unterkommission nach sich zieht, die sich die Forderungen der betroffenen Berufe genau ansehen sollen. Die Regierung wird nach der Konferenz in Spa dazu Stellung beziehen und rechnet mit erheblichen Mehrausgaben.

Historische Lokomotive preußischer Bauart

Die Forderungen der Eisenbahner

Berlin, 8. Juli. Die drei Regierungsparteien des Reichstags haben gestern in einer Beratung mit den Vertretern der Eisenbahn-Verbände noch nicht endgültig Stellung zu den Forderungen der Eisenbahner genommen. Sie wollen aber unmittelbar nach Beendigung der Konferenz in Spa die Angelegenheit in entgegenkommender Weise Prüfen. Die Vertreter der Verbände erklären, die Entscheidung müsse natürlich den Organisationen überlassen bleiben. Auf Antrag er Regierung wurde die Einsetzung einer besonderen Unterkommission beschlossen, die die Besoldungsordnung nachprüfen und die Härten ausgleichen soll. Diese Unterkommission ist gestern im Hauptausschuss des Reichstags gebildet worden. Jede Partei stellt einen Vertreter, die Demokraten en Abgeordneten Delius.

Die Mehrbelastung der Reichskasse infolge der Lohnforderungen würde nach Angaben der Verbände rund 750-800 Millionen Mark betragen, nach den Angaben des Reichsfinanzministeriums dürfte sie sich aber auf 2 ½ bis 3 Milliarden Mark stellen.

Quelle:

Der Deutsche vom 9.7.1920

In: https://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_derivate_00246778/SDH_19376538_1920_Der_Deutsche_0671.tif?logicalDiv=jportal_jpvolume_00307220

 

Bild:

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Eisenbahn_in_Deutschland#/media/Datei:P8_Kranichstein.jpg